Bilder im Kopf

‚Hinter der Mauer‘

In der tiefsten Krise habe ich angefangen, zu malen. Ich habe meine Kreativität wiederentdeckt. Die Bilder haben mir dabei geholfen, meine innere Welt auszudrücken. All das, was ich mit Worten nicht sagen konnte, habe ich gemalt. Die Bilder begleiteten meinen ganz persönlichen Prozess der Selbsterkenntnis. Das Malen war eine Art Selbsttherapie und ein wichtiger Pfeiler für meine Gesundung. Das Malen macht mir Spaß, es kommt von innen und es macht mich wieder lebendig.

Der Großteil meiner Bilder besteht aus einzelnen Punkten. Diese Technik nennt sich Punktmalerei oder auch Tupfenmalerei. Es ist eine sehr zeitaufwendige Maltechnik, mit der man aber sehr interessante optische Effekte erzeugen kann. Punktmalerei ist sehr gut geeignet, um den ‚Kopf abzuschalten‘. Für mich ist es eine meditative Malweise, die mich sehr entspannt.

Die Technik

Punktmalerei, Malen mit Holzstäben

Man braucht dazu eine ruhige Hand und viel Geduld. Gemalt wird mit einem runden Holz. Ich persönlich verwende die Rückseite von Schaschlickspießen oder Rundhölzer aus dem Baumarkt. Wichtig ist, dass die Farbe die richtige Konsistenz hat, damit die Punkte nicht verlaufen oder unförmig dick werden. Ich verwende Acryl- oder Ölfarbe direkt aus der Tube. Nach jedem einzelnen Punkt wird neu in die Farbe eingetaucht. Besonders bei Ölfarbe bekommen die Bilder im Detail einen sehr schönen 3D-Effekt. Wichtig ist auch ein gleichbleibender Abstand zwischen den einzelnen Punkten. Je kleiner die Punkte und je kleiner der Abstand, desto höher wird die ‚Pixel-Auflösung‘ des Bildes. Den Untergrund für die Bilder grundiere ich meist in dunklen Farben. Dadurch entsteht ein guter Kontrast und die Farben leuchten schöner.

Wie ein Bild am Ende aussieht, ist bei Beginn meist völlig unklar. Es wird nichts vorgezeichnet, ich fange einfach an zu tupfen. Irgendwann ergibt sich eine Identifikation mit dem Bild und es entwickelt sich eine Art ‚Plan im Kopf‘. Kreise beginnen mit einem einzelnen Punkt in der Mitte und sie stehen meist für Menschen. Bestimmte Formen und Symbole etablieren sich und bekommen eine feste Bedeutung. Ich verbringe viel Zeit mit einem Bild und die Bedeutung erweitert sich Schritt für Schritt beim Malen.

Selbstreflexion

Angst vor der offenen Tür

Oft geht es um den Ausdruck von Gefühlen oder inneren Zuständen. Nach dem Malen eines Bildes habe ich oft ein viel klareres Bild von mir und meinen Gedanken. Durch das Malen öffne ich mich, ich gebe sehr private Dinge von mir Preis. Ich mache mein Innenleben öffentlich und ich fühle mich trotzdem sicher dabei. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nur sehr wenige Menschen meine Bilder verstehen und das ‚Dahinter‘ sehen. Das sind genau die Menschen, bei denen ich mich sicher und verstanden fühle. Die Bilder wirken dann wie eine Art Türöffner und sind die Basis für eine persönliche Annäherung.

Die Bilder sind für mich auch ein Abbild meiner eigenen Entwicklungsschritte. In den ersten Bildern ging es noch viel um ‚Anders sein‘, Einsamkeit und Ängste. In den neueren Bildern geht es mehr um Lösungsmöglichkeiten, Energie oder Abgrenzung. Das Malen ist meine persönliche Form der Kunsttherapie. Mir hat es sehr geholfen und ich kann es für Menschen empfehlen, denen es schwerfällt, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Farben und Formen haben eine viel stärkere Kraft als Worte…

Meine Bilder findest Du unter: www.punktemalen.de

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